Kirche findet Stadt
Kirche als zivilgesellschaftlicher Akteur in Netzwerken der Stadtentwicklung

Mit dem ökumenischen Kooperationsprojekt Kirche findet Stadt untersuchen und entwickeln die evangelische und die katholische Kirche zusammen mit ihren jeweiligen Wohlfahrtsverbänden, Diakonie Deutschland und Deutscher Caritasverband, die Rolle von Kirche in ihren unterschiedlichen Facetten als Akteur der integrierten Stadtentwicklung. An Referenzstandorten mit kirchlichen Initiativen in ganz Deutschland wird aufgezeigt, wie Stadtteilentwicklung durch das Engagement der Kirchen unterstützt wird. Diese Praxiserfahrungen werden auf Bundesebene durch eine gemeinsame Steuerungsgruppe und Transferstelle zusammengeführt, ausgewertet und weiterentwickelt.
Empfehlungen - Strategien - Perspektiven
Kirche findet Stadt hat als ökumenisches Label für „Sozialraumorientierung der Caritasarbeit“ und „Gemeinwesendiakonie“ als Mehrfelder- und Mehrebenenstrategie Eingang in die Debatte gefunden. Der Ansatz hat damit einen hohen Stellenwert gegenüber wichtigen fach- und gesellschaftspolitischen raumbezogenen Entwicklungen erreicht. Die folgenden Handlungsempfehlungen gehen auf besonders ertragreiche Schnittstellen und Handlungserfordernisse aus kirchlich-verbandlicher Perspektive ein.
Kirchen(gemeinde) als Teil der Bürgergemeinde
1. Kirche als Teil des lokalen Gemeinwesens verstehen
2. Vielfalt kirchlicher „Kraftfelder“ erkennen und kirchlich-verbandliche
Zusammenarbeit stärken
3. Kirche im Gemeinwesen als zivilgesellschaftliche Basisstruktur wahrnehmen
4. Subsidiarität leben und Strukturen für zivilgesellschaftliches Handeln sichern
Strategische Verantwortungsgemeinschaften für das Gemeinwesen
5. Das Gemeinwesen partnerschaftlich mit anderen gestalten
6. Kooperationen mit (lokalen) Partnern suchen und zur Koproduktion von
Gemeinwohl ausbauen
7. Lokale Netzwerke zu verbindlichen Entwicklungspartnerschaften
weiterentwickeln und nachhaltige Strukturen schaffen
Mitgestaltung und Nachhaltigkeit lokaler Entwicklungsprozesse
8. Integrierte Handlungskonzepte und lokale Aktionspläne in sektor- und
themenübergreifender Partnerschaft erarbeiten und umsetzen
9. Lokales „Schnittstellenmanagement“ als intermediäre Instanz vor Ort
installieren
10. Sozialraumbezogene Budgets bzw. Verfügungsfonds aufbauen
Praxis vor Ort
Die innovative Herausforderung dieses Projekts liegt in der Erprobung von Entwicklungspartnerschaften unterschiedlicher Akteure, die bereits vor Ort aktiv sind. Bundesweit wurden über einen Aufruf Standorte identifiziert, an denen kirchliche Initiativen, Kirchengemeinden, kirchliche Träger und Wohlfahrtsverbände ihre Potenziale zur Etablierung lokaler Entwicklungspartnerschaften in innovativer Weise in die Stadtentwicklungspolitik einbringen. Es geht darum, nicht mehr nur einzelne Menschen oder Gruppen in den Fokus kirchlich-diakonischen Handelns zu stellen, sondern die Zukunftsfähigkeit ganzer Quartiere oder Dörfer zu betrachten. Die Vielfalt der Beispiele und deren Einbettung in Bundes- und Landesprogramme, aber auch in regionale und sozio-kulturelle Kontexte (wie z.B. in den Bistums- und Landeskirchenstrukturen) soll angemessene Berücksichtigung finden. Damit lassen sich Erkenntnisse und Empfehlungen auch bundesweit ableiten.






