Veranstaltungshinweise

04./05.09.2014, Berlin: Theologie der Stadt

Auftaktveranstaltung des TheoLab Berlin

 

„Be Berlin – sei Berlin“, fordert die Image-Kampagne Besucher- und BewohnerInnen der Hauptstadt auf. Berlin soll zur eigenen, persönlichen Stellungnahme provozieren. Wir wollen uns provozieren lassen und fragen: Wie fordert der urbane Kontext unser theologisches Denken heraus? Wie schreibt sich die Stadt in das – auch religiöse – „Geistesleben“ (Georg Simmel) ihrer Bewohnerinnen und Bewohner ein? Wie lässt sich ihre religiöse Topographie erkunden – und in Gestalt von welchen kognitiven Bildern (mental maps) wirkt sie für die kirchliche Praxis als handlungsleitend?

 

Was wir vor dem Hintergrund dieser Fragen anstreben, ist die Entwicklung und Institutionalisierung einer kontextuellen Theologie der Stadt – genauer: dieser Stadt Berlin. „Theologie der Stadt“ – diese Formel ist erläuterungsbedürftig. Auf mindestens zweierlei Weise lässt sie sich verstehen. Im ersten Fall erscheint die Stadt als Gegenüber, als Bezugspunkt, eben: als Provokation der Theologie. Auf welche Pfade lockt sie unser Nachdenken über Gemeinschaftsbildung, religiöse Lebenspraktiken, den Umgang mit Fremdheit und Befremdung? Im zweiten Fall erscheint die Stadt selbst als theologisch qualifizierter, weil religionsproduktiver Ort. Als solcher bringt sie eine Vielzahl von eigenen Mythen, Liturgien, heiligen Orten und spezifisch urbanen Lebensstilen hervor.


In institutioneller Hinsicht soll die Theologie der Stadt, gekoppelt an eine neu eingerichtete Arbeitsstelle, den Wissenstransfer zwischen kirchlichen, theologisch-wissenschaftlichen und anderen urbanen Akteuren befördern. Vor Augen haben wir den Aufbau eines Netzwerkknotens, eines „Theologischen Labors Berlin“ (TheoLab Berlin), das dreifaches leistet:

  • Es arbeitet theologisch und interdisziplinär, nimmt gesellschaftliche Diskurse auf und gestaltet sie mit.
  • Es gibt Gemeinden und Kirchenkreisen Anregungen für experimentelles Handeln und dessen Auswertung.
  • Es sammelt und systematisiert in den Gemeinden und Kirchenkreisen vorhandenes Erfahrungswissen und reflektiert Beratungsarbeit.

Die Fachtagung will einen ersten Schritt zu solcher Vernetzung leisten. Die „Eigenlogik“ der Stadt Berlin, erste Einsichten in ihre religiöse Topographie und sich daraus ergebene Ansatzpunkte für eine urbane Theologie stehen zur Diskussion.

 

Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Journalismus, Politik, Medien-Design, Soziologie und Theologie stellen ihren jeweils eigenen Zugang zum Thema Stadt dar und kommen untereinander und mit dem Publikum ins Gespräch.

 

Die Fachtagung ist eine Initiative der im Kirchenkreis Berlin-Schöneberg neu gegründeten Arbeitsstelle "Theologie der Stadt" in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu Berlin.

 

Tagungsort: Französische Friedrichstadtkirche